Freizeitgrundstück - Was muss ich beachten

Bei einem Freizeitgrundstück oder Erholungsgrundstück handelt es sich meist um kleinere Grundstücke, die typischerweise als Garten oder als Feriendomizil genutzt werden. Ein Beispiel für das Freizeitgrundstück sind Schrebergarten-Grundstücke. Auch sogenannte „Datschen“ oder kleine Ferienhäuser fallen meist in die Kategorie der Freizeitgrundstücke. Als Hauptwohnsitz sind diese Häuschen nicht geeignet. Wer ein Haus bauen möchte, um darin zu wohnen, sollte daher nach einem Baugrundstück suchen.

In diesem Beitrag geht es um die Definition eines Freizeitgrundstücks, um den Unterschied zwischen Kaufen und Pachten sowie um anfallende Steuern. Außerdem erfahren Sie mehr darüber, wie es mit Erschließung, Bebauung und Bewohnung des Freizeitgrundstücks aussieht. Wir listen die Vor- und Nachteile an einem Freizeitgrundstück auf und beantworten häufige Fragen.


Letzte Aktualisierung: 18.05.2020
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Freizeitgrundstück Definition

Freizeitgrundstücke werden von Menschen in ihrer Freizeit genutzt. Daher sind auch die Begriffe „Erholungsgrundstück“ und „Wochenendgrundstück“ verbreitet. Der Markt für diese kleinen Grundstücke ist in Deutschland sehr aktiv und beinhaltet ein großes Angebot. Manche Freizeitgrundstücke haben einen Garten mit einem kleinen Bungalow, wie es in Kleingartenanlagen typisch ist. aber auch große Grundstücke mit einem Haus am See können als Freizeitgrundstück durchgehen. Der ausschlaggebende Faktor ist, dass diese Grundstücke der Erholung dienen.

Die meisten Freizeitgrundstücke befinden sich am Stadtrand oder in einem Naherholungsgebiet. Sie werden vor allem von Städtern genutzt, die sich eine Auszeit im Grünen wünschen. Die Wochenendgrundstücke haben strenge bauliche Vorschriften, die unter anderem davon abhängen, wie der Bebauungsplan die jeweilige Gegend einstuft. Zum Beispiel müssen in einem Erholungsraum alle baulichen Maßnahmen von der Behörde genehmigt werden. In anderen Gegenden sind die Auflagen weniger streng. Jedoch sollten Grundstücksbesitzer darauf achten, das Grundstück wirklich nur für die Erholung zu nutzen.

Pachten vs. Kaufen

Freizeitgrundstücke sind meist deutlich günstiger als klassisches Bauland. Häufig werden diese Grundstücke nicht zum Kauf, sondern zur Pacht angeboten. Dies ist vor allem in Kleingartenanlagen verbreitet. Der Pachtzins liegt häufig unter 1.000 Euro im Jahr und ist damit sehr erschwinglich. Wenn sich ein Häuschen, eine Datsche oder ein Bungalow auf dem Grundstück befindet, verlangt der Verpächter meist noch zusätzlich eine Ablösesumme für Gebäude und Inventar. Das Pachten gibt mehr Flexibilität als der Kauf, denn obwohl die Pacht langfristig ist, hat sie eine zeitliche Befristung. Nach dieser Laufzeit können Pächter sich neu entscheiden, ob sie das Freizeitgrundstück weiter nutzen möchten oder ob sie eine Alternative suchen möchten.

Steuern für das Freizeitgrundstück

Normalerweise fallen für das Freizeitgrundstück keine Steuern an. In einer Kleingartenanlage müssen jedoch Kosten an den Verein gezahlt werden. Wer das Freizeitgrundstück mit einem Wochenendhaus bebaut, in dem er gelegentlich wohnt, muss eventuell Steuern für die Zweitwohnung bezahlen. Dann ist auch die Meldepflicht gültig. Um dies zu vermeiden, sollten Nutzer von Freizeitgrundstücken darauf achten, nicht auf dem Grundstück zu wohnen, sondern dies nur zur Erholung zu nutzen.

Tipp: Vor dem Kauf eines Freizeitgrundstücks ist es sinnvoll, mit der Gemeinde Rücksprache zu halten, um sich mit den örtlichen Regelungen und den Vorgaben im Nutzungsplan vertraut zu machen.

Erschließung des Freizeitgrundstücks

Erholungs- und Freizeitgrundstücke sind bereits erschlossen. Damit das Grundstück sich als Freizeitgrundstück bezeichnen darf, muss es mindestens einen Stromanschluss haben und über Wasser verfügen. Fließendes Wasser ist nicht selbstverständlich – manchmal gibt es nur einen Brunnen oder eine Sickergrube. Heizungen, Feuerstätten und Anschlüssen an Fernwärme, Kanalisation sowie Mobilfunk sind selten bis nie vorhanden.

Bauen auf dem Freizeitgrundstück

Die Bebauungsvorgaben für Freizeitgrundstücke sind im Bebauungsplan der jeweiligen Gemeinde vermerkt. Die Richtlinien sind in diesen Sondergebieten fast immer anders als bei klassischen Baugrundstücken. Vor dem Bau eines Gebäudes sollten Bauherren beim Bauamt nachfragen, ob und in welchem Umfang der Neubau einer Laube oder eines Häuschens gestattet ist. Die Vorschriften unterscheiden sich je nach Gemeinde und Kommune.

Grundsätzlich ist das Bauen auf dem Freizeitgrundstück erlaubt, aber die folgenden strengen Vorgaben müssen beachtet werden:

  • Maximale Grundfläche
  • Maximale Höhe
  • Maximale Fläche von Freisitz oder Terrasse

Auch vor dem Abriss eines alten Häuschens sowie vor dem Aufstellen eines Bauwagens auf dem Grundstück ist es wichtig, bei der zuständigen Behörden nachzufragen. Oft sind die Regelungen für Erholungsgebiete sehr streng. Bei Verstoß gegen diese Regeln kann ein Bußgeld anfallen.

Wohnen auf dem Freizeitgrundstück

Freizeitgrundstücke dürfen in vielen Gemeinden nicht selbst bewohnt werden. Verboten ist es in jedem Fall, diese als Hauptwohnsitz zu nutzen oder sich an der Adresse des Freizeitgrundstücks anzumelden. Da die meisten Freizeitgrundstücke kaum erschlossen sind, ist das Wohnen dort ohnehin nicht angenehm. Eine Ausnahme besteht dann, wenn ältere Menschen aus Alters- oder Krankheitsgründen nicht mehr aus dem Bungalow oder Ferienhäuschen ausziehen können. Sofern Wasser- und Stromanschlüssen sowie eine Zufahrt für Rettungsfahrzeuge vorhanden sind, dürfen sie auf dem Freizeitgrundstück wohnen. Allerdings ist es in der Praxis oft deutlich angenehmer, in einer anderen Immobilie zu wohnen.

In Deutschland gibt es keine klare Regelung dazu, ob das Ferienhaus auf dem Freizeitgrundstück vermietet werden darf. Anscheinend ist es zulässig, das ganze Jahr über an Feriengäste zu vermieten. Auch dies sollte mit der zuständigen Kommune geklärt werden. Bei einer Vermietung können Besitzer des Freizeitgrundstücks bei ihrer Steuererklärung Werbungskosten geltend machen.

Vor- und Nachteile an einem Freizeitgrundstück

Der Besitz oder die Pacht eines Freizeitgrundstücks bringt sowohl Vorteile als auch Nachteile mit sich. Interessenten sollten sich darüber bewusst sein, dass sie auf jede Fall einen Hauptwohnsitz benötigen. Das Freizeitgrundstück kann nur der Erholung dienen.

Vorteile an einem Freizeitgrundstück:

  • Günstig
  • Keine Grunderwerbsteuer
  • Naturnahe Lage
  • Erholsam
  • Bereits erschlossen
  • Häuschen oder Datsche ist meist bereits vorhanden

Nachteile an einem Freizeitgrundstück:

  • Kein Wohnsitz
  • Strenge Bestimmungen für den Bau
  • Wohnen nicht erlaubt
  • Meist sehr mangelhafte sanitäre Anlagen


FAQ zu Freizeitgrundstück / Erholungsgrundstück eine Erklärung

Worin unterscheiden sich Freizeitgrundstück und Baugrundstück?

Auf einem Freizeitgrundstück dürfen keine Immobilien gebaut werden, sondern nur Ferienhäuschen oder Datschen. Die Regeln für die Bebauung und die Erschließung sind sehr streng. Das Freizeitgrundstück eignet sich nur für die Erholung, während das Baugrundstück ideal für den Hauptwohnsitz ist.

Darf ich auf meinen Freizeitgrundstück wohnen?

Nein, das Wohnen auf dem Freizeitgrundstück ist grundsätzlich verboten. Gelegentliches Übernachten ist je nach regionaler Regelung erlaubt. Auch bei Vermietungen kann eine Ausnahme bestehen.

Wie viel kostet ein Freizeitgrundstück?

Freizeitgrundstücke sind sehr günstig, insbesondere in Ostdeutschland. Sie können auch gepachtet werden.