Wassergrundstück - Kaufen, Wohnen, Leben

Wassergrundstücke sind beliebt, da sie direkt an ein Gewässer angrenzen. Dies kann das Meer, aber auch ein See, ein Bach oder ein Fluss sein. Wenn auf dem Grundstück bereits eine Immobilie vorhanden ist, wird diese normalerweise als Luxus-Liegenschaft verkauft. Dementsprechend sind Wassergrundstücke sehr teuer. Sie stellen eine gute Investition dar, da sich ihr Wert nicht verringern wird. Im Gegenteil, gerade in der Nähe von Großstädten wie Berlin oder Hamburg sind Ferienhäuser am Wasser ein Dauerbrenner.

In diesem Beitrag erfahren Sie, wie sich das Wassergrundstück definiert, ob darauf gebaut werden darf und wie die Erschließung bei Wassergrundstücken abläuft. Zudem gehen wir auf das Wohnen am Wasser ein und listen die Vor- und Nachteile am Wassergrundstück auf. Zuletzt erhalten Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen.


Letzte Aktualisierung: 29.05.2020
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Wassergrundstück Definition

Steg am Wasser

Wassergrundstücke liegen per Definition direkt an einem Gewässer. Dabei handelt es sich entweder um das Meer, um einen See, einen Teich, einen Bach oder einen Fluss. Der schöne Blick sowie der Erholungswert von Wassergrundstücken führen dazu, dass sie sehr beliebt sind.

Einige Wassergrundstücke sind im Bebauungsplan explizit als Erholungsgebiet ausgezeichnet, was das Wohnen und Bauen auf dem Land beeinflusst. Andere Wassergrundstücke können als Mietwohngrundstücke, als Land für Einfamilienhäuser oder Zweifamilienhäuser, als Geschäftsgrundstücke, als gemischt genutzte Grundstücke oder auch als sonstige bebaute Grundstücke ausgezeichnet sein. Weitere Informationen dazu finden Bauherren im Bebauungsplan der jeweiligen Gemeinde.

Bauen auf einem Wassergrundstück

Wer ein Wassergrundstück kauft, sollte sich rechtzeitig darüber informieren, ob dieses bebaut werden darf. Idealerweise liegt die Baugenehmigung bereits vor, sodass der Immobilienbau zeitnah beginnen kann. Je nach Nutzungsplan der jeweiligen Gemeinde ist es auch möglich, dass das Bauen untersagt ist. Es lohnt sich, persönlichen Kontakt zu einem Sachbearbeiter aufzunehmen, um herauszufinden, ob und welche Art von Bauten auf dem Wassergrundstück genehmigt werden können.

Bei einem Wassergrundstück ist es vor dem Bau zudem besonders wichtig, sich gut über das Gelände und die Bodenbeschaffenheit zu informieren. Häufig ist das wassernahe Land sehr feucht und wenig stabil, was den Bau erschweren kann. Eine Unterkellerung ist häufig nicht möglich. Relevant ist auch die Frage, ob das Gewässer, das an das Grundstück angrenzt, eine gute Wasserqualität aufweist oder nicht. Verschmutzte Gewässer können den Boden des Grundstücks verschmutzen und zum Beispiel dafür sorgen, dass kein Gartenbau möglich ist.

Familien mit Kindern sollten sich vor dem Bau außerdem gut über die Sicherheit des Grundstücks informieren. Dazu gehört neben Wasserqualität und Festigkeit des Bodens auch die Frage, wie Grundstück und Wasser klar voneinander getrennt werden können, um Unfälle zu vermeiden.

Für Wassergrundstücke ist vor dem Bau daher ein Bodengutachten sowie ein geotechnischer Bericht von einem Sachverständigen empfehlenswert. Die zusätzliche Investition lohnt sich, da der Experte unter anderem die folgenden Punkte klären kann:

  • Geländebeschreibung
  • Aufbau und Qualität des Bodens
  • Berechnung der Statik und der Tragfähigkeit
  • Informationen zu Grundwasser, Versickerung und Wasserhaltung
  • Informationen zu möglichen Gefahren wie Überschwemmungen oder Ebbe und Flut
  • Frostsicherheit und Frostschutz

Erschließung von Wassergrundstücken

Wenn der Bau auf dem Wassergrundstück möglich ist und genehmigt wurde, ist der nächste Schritt die Erschließung. Dabei werden Rohre, Leitungen und Kabel verlegt, die das Grundstück mit Strom, Wasser, Abwasserableitungen, Gas, Telekommunikation etc. versorgen. Auch ein Anschluss an das öffentliche Straßen- und Wegenetz muss manchmal noch gebaut werden. Die Erschließung muss von der zuständigen Gemeinde genehmigt werden. Sie schickt dann einen Bescheid an den Eigentümer, der die Erschließungskosten auflistet. Diese können den Kaufpreis für das Wassergrundstück noch einmal um bis zu 10% erhöhen.

Wohnen auf einem Wassergrundstück

Wenn das Wassergrundstück als Wohngrundstück ausgezeichnet ist und die gewünschte Immobilie steht, ist das Bewohnen ohne Probleme möglich. Viele Wassergrundstücke gehören jedoch in ein Erholungsgebiet. Dies bedeutet, dass auf ihnen zwar eine Datsche oder ein Ferienhaus stehen darf, sie jedoch nicht vom Besitzer bewohnt werden dürfen. Gelegentliche Übernachtungen werden je nach Gemeinde geduldet, sind aber bei wenig erschlossenen Freizeitgrundstücken oft nicht empfehlenswert.

Wer auf seinem Wassergrundstück wohnen darf, sollte sich entscheiden, ob er dieses als Erstwohnsitz oder als Zweitwohnsitz anmeldet. Bei Bewohnung ist eine Meldung immer verpflichtend. Viele Gemeinden erheben für den Zweitwohnsitz Steuern.

Wichtig ist es auch, die Besonderheiten am Wassergrundstück zu kennen. Zum Beispiel gibt es eine Gefahr für Unfälle und für Naturkatastrophen wie Überflutungen. Seen können im Sommer „umkippen“, was zu einem sehr unangenehmen Geruch führt. Auch die Frage, ob und welche Tiere im und am See leben, sollte rechtzeitig geklärt werden. Grundstückskäufer können bei der Besichtigung das Gespräch mit den potenziellen Nachbarn suchen, die viele Tipps und Hinweise zum Alltagsleben am Gewässer haben.

Die Vor- und Nachteile an einem Wassergrundstück

Wassergrundstücke sind vor allem deshalb beliebt, weil sie einen hohen Erholungswert haben und meist sehr idyllisch liegen. Jedoch gibt es neben den Vorteilen dieser Grundstücksart auch einige Nachteile, die zu beachten sind:

Vorteile am Wassergrundstück:

  • Schöne Lage
  • Schöner Blick
  • Möglichkeit für Wassersport
  • Oft eigener Zugang zum Wasser
  • Erholungswert
  • Hoher und konstanter Wert des Grundstücks (gute Investition)

Nachteile am Wassergrundstück:

  • Überschwemmungen und andere natürliche Phänomene möglich
  • Viele Tiere
  • Unfallgefahr, insbesondere für kleine Kinder
  • Bebauung kann durch feuchten Boden schwierig sein


FAQ zu Wassergrundstück - Kann ich dort wohnen?

Für wen eignet sich ein Wassergrundstück?

Wassergrundstücke sind vor allem bei Familien und bei Senioren sehr beliebt. Auch für Erholungssuchende, die sich ein Ferienhaus oder ein Wochenendgrundstück wünschen, ist ein Wassergrundstück empfehlenswert.

Wie teuer ist ein Wassergrundstück?

Wassergrundstücke, die bebaut werden können, sind oft teurer als das durchschnittliche Grundstück in der jeweiligen Gemeinde oder Stadt. Jedoch lassen sich keine pauschalen Aussagen machen. Der Grundstückspreis hängt unter anderem von der Bodenqualität, der Bebaubarkeit und der Auszeichnung des Grundstücks ab.

Darf ich auf einem Wassergrundstück bauen?

Nicht alle Wassergrundstücke dürfen bebaut werden. Manchmal ist nur eine kleine Hütte erlaubt, um ein Erholungsgebiet in der gewünschten Form zu bewahren. Interessenten sollten sich vor dem Kauf bei der zuständigen Gemeinde darüber informieren, ob eine Baugenehmigung vorliegt oder zumindest denkbar ist. Der Flächennutzungsplan gibt wertvolle Hinweise.

Darf ich auf einem Wassergrundstück wohnen?

Auch die Frage nach der Bewohnbarkeit richtet sich nach der Auszeichnung des Grundstücks. Freizeitgrundstücke dürfen meist nicht bewohnt werden. Wenn bereits eine Immobilie vorhanden ist, darf das Wassergrundstück normalerweise zum Wohnen genutzt werden.